Heute mal ein kleiner, rudimentärer Überblick über meinen normalen LRTimelapse Workflow. Auf der Homepage von Gunter Wegner findet ihr dazu tolle Video Tutorials, die einem den Start mit dem Programm sehr gut erklären. Ich will Euch hier nur kurz umreißen wie der Workflow im allgemeinen aussieht.

Import

Als ersten müssen wir die Fotos in LRTimelapse importieren, dafür nutzen wir einfach das Import Modul des Programmes (Datei -> Importieren) und laden uns unsere Bilder in das entsprechende Zielverzeichnis. Der Importer hat nette Features, wie das Umbennen der Fotos oder in der Pro Version, das wandeln der Bilder in DNG.

Keyframes

Wenn wir die Bilder eingelesen haben und uns im Verzeichnis mit den Bildern befinden, fängt LRTimelapse gleich an die Luminanz der Bilder zu ermitteln und erstellt und eine schöne Kurve mit dem Luminanzverlauf unseres Timelapse.

Wenn der Vorgang abgeschlossen ist, können wir auch gleich die Keyframes mit dem Knopf “Keyframes erzeugen” automatisch erstellen lassen. Hier leistet LRTimelapse sehr gute Arbeit und verteilt die prima über das komplette Timelapse Video. Mit der Taste 4 können wir manuell Keyframes zusätzlich an der Stelle des aktuellen Bildes erzeugen, was manchmal ebenfalls recht hilfreich ist, wenn extreme Dynamiksprünge in der Sqeuenz sind.

Heiliger Gral

Wenn wir in qDSLRDashboard mit der “Auto Holy Grail” Technik gearbeitet haben, erkennt LRTimelapse das und gibt uns die nächste Funktion frei. Wenn wir manuell die Blende/Verschluss/ISO gewählt haben, können wir die Methode erst nach dem manuellen setzen der Blende nutzen (klingt kompliziert, ist es aber nicht! Wir müssen nur die Blende angeben, die die Linse hat.).

Mit den “Drehen” und “Strecken” Reglern, können wir die gebaute “Heiliger Gral” Kurve jetzt noch fein justieren. (Anmerkung, seit einigen Versionen geht der Holy Grail Wizzard recht heftig ans Werk, was ich nicht so toll finde, da ich die meisten Bilder dann stark in LR anpassen muss, hoffe Gunter fixt das bald wieder!)

Jetzt müssen wir die Anpassungen nur noch speichern (die Änderungen werden in die XMP Dateien geschrieben!) und die Sequenz nach Lightroom ziehen.

Lightroom

Der größte Vorteil von LRTimelapse ist definitiv die Art und Weise, wie wir ab hier arbeiten. Wir brauchen nicht alle Bilder in Lightroom anfassen und bearbeiten, sondern nur die Keyframes, die wir zuvor erzeugt haben. Daher können wir uns auch das Rendern der Vorschauen in Lightroom sparen, da wir die einzelnen Fotos eigentlich gar nicht beachten.

Beginnen wir aber mit dem Import der Bilder in den Lightroom Katalog. Dafür haben wir einen eigenen Knopf in LRTimelapse, drücken wir den, können wir die Bilder einfach auf den Lightroom Katalog ziehen und landen im Import Dialog von Lightroom.

Nachdem wir die Bilder in den Katalog importiert haben, können wir auch gleich mit der Bearbeitung der Keyframes anfangen, dazu schalten wir in Lightroom in den Filtern auf LRT5 Keyframes um.

Danach haben wir nur noch die Keyframes, die wir bearbeiten müssen. Hier will ich nicht weiter im Detail drauf eingehen, dafür wird es einen gesonderten Artikel schreiben. Wichtig ist aber am Ende unserer Bearbeitung, dass wir kurz alle Keyframes markieren und die Änderungen in die Metadaten der Dateien speichern.

Neu Laden

Wir haben unsere Keyframes in Lightroom bearbeitet und in unserem Workflow von LRTimelapse müssen wir nun erstmal die Änderungen neu laden. Das dauert einen kleinen Augenblick und am Ende sehen wir, wie unsere Keyframes nach der Bearbeitung im Vergleich zur original und “holy Grail” Kurve aussehen.

Auto Übergang

Im nächsten Schritt berechnet LRTimelapse die Übergänge von den Keyframes auf die restlichen Bilder und gibt uns am Ende eine Kurve mit dem zu erwartenden Luminanzverlauf aus.

Visuelle Vorschauen

Als nächstes müssen wir die Visuellen Vorschauen berechnen, das kostet einiges an Zeit, da LRTimelapse im Hintergrund jede Datei anfassen muss und die berechneten Änderungen zu den Keyframes berechnet und anwendet. Am Ende des Prozesses erwartet und aber unser kleines Timelapse.

 

Visuelles Deflicker

Wie man im Bild oberhalb gut erkennt, hat die pinke Kurve noch viele Zacken, also Sprünge der Luminanz, das Video würde somit stark “flickern” und kein Spaß machen, wenn man es anschaut. Hier setzt jetzt der vorerst letzte Punkt von LRTimelapse an, das Visuelle Deflicker.

Wir sehen nach dem Aufruf des Punktes als erstes eine neue, grüne Line, das wird unsere Vorgabe für den Luminanzverlauf den wir erreichen wollen. Wir sehen auch unsere pinke Kurve der visuellen Vorschau. Dieser Punkt wird jetzt solange (Anzahl der Durchläufe ist wie im Bild zu sehen, frei definierbar) durchlaufen, bis die pinke und die grüne Kurve fast Deckungsgleich sind, dann flickert nichts mehr in dem Timelapse! Achtung, je nach Anzahl der Bilder, kann das sehr sehr lange dauern. Ich starte es bei mir meistens über Nacht, damit ich morgens vor der Arbeit die letzten Schritte in Lightroom machen kann.

Lightroom Export

Wenn das visuelle Deflicker fertig ist, wechseln wir wieder in unseren Lightroom Katalog und laden uns unsere komplette Szene, also alle Bilder. Dafür müssen wir zunächst unseren Filter von LRT5 Keyframes auf LRT5 Full Sequence umstellen.

Jetzt sehen wir wieder alle Bilder unseres Timelapse und können jetzt alle markieren (STRG+A) und dann aus dem Menü “Metadaten” den Punkt “Metadaten aus Dateien lesen” auswählen. Lightroom lädt jetzt für jede Datei die von LRTimelapse berechneten Werte und wendet die auf die Bilder an.

Dieser Vorgang dauert ein wenig aber wenn der fertig ist, können wir auch gleich die Einzelbilder exportieren. Für den Export hat LRTimelapse ein Plugin für Lightroom mitgebracht, dass sich darum kümmert, dass die Sequenz geprüft und richtig exportiert wird. Wir markieren also alle Bilder der Sequenz mit STRG+A und rufen dann den Export Dialog von Lightroom auf:

Lightroom rendert uns jetzt also jedes Bild mit den Vorgaben aus LRTimelapse und speichert uns die Bilder mit fortlaufenden Nummern in einem Ordner. Am Ende ruft das Plugin dann automatisch den “Video rendern” Dialog von LRTimelapse auf (wenn man es in den Standardeinstellungen nicht geändert hat)

Ich möchte auch erwähnen, dass viele Timelapser an dieser Stelle mit LRTimelapse aufhören und die Bildsequenz dann direkt in die Videobearbeitung laden, was sicher viele Vorteile hat, aber für den grundlegenden Workflow machen ich es hier einfach mal mit LRTimelapse.

Video rendern

Nachdem nun Lightroom alle Bilder exportiert hat, startet sich sofort der Video Rendern Screen von LRTimelapse. Hier können wir dann festlegen, welche Auflösung und Qualität wir rendern wollen.

Video schneiden

Der letzte Schritt in meinem Workflow wäre dann das Editieren des Videos, etwas Musik drunter packen und in die entsprechenden Videoformate exportieren. Seit ein paar Wochen habe ich dafür mit DaVinci Resolve angefangen, was eine verdammt coole Software, mit vielen Pro Features ist und dazu noch kostenlos für den privaten Gebrauch. Auf die genaue Bearbeitung in DaVinci Resolve werde ich aber auch in einem weiteren Artikel genauer eingehen.

Am Ende der ganzen Arbeit, erwartet und ein schickes kleines Timelapse Video, welches wir dann in die diversen Plattformen rein laden können. Wer mag, kann sich ein paar davon natürlich auf meinem Youtube Kanal ansehen.