Nach langer Zeit endlich mal wieder ein Blogpost – erstmal „sorry“ dafür, aber dafür eine Post, der mir besonders am Herzen liegt.

Wie viele sicher gemerkt haben, habe ich das vergangene Jahr kaum bis gar nicht Menschen fotografiert, dafür um so mehr Sterne und Himmelsaufnahmen gemacht, immer auf der Suche nach dem perfekten Sternenfoto, mit Meteoriten drin oder der ISS.

Das kostet nicht nur verdammt viel Zeit, Planung, Vorbereitung (Standorte auswählen, Wetter Berichte prüfen etc), es fallen auch sehr viele Fotos an, meistens von absolut gleicher Position. Was lag da also näher, als aus dem „Abfall“ einfach ein Video, aka Timelapse zu machen?

Da ich mich mit sowas bis dato nicht weiter beschäftigt habe, wählte ich zuerst den einfachsten Weg: Bearbeitung in LR, danach die Video Funktion von PS nutzen – fertig! Die Ergebnisse sind sogar recht ansprechend aber weit ab von jeglicher Perfektion (was meine aktuellen LRTimelapse Clips aber auch sind, davon abgesehen!).

Irgendwann im Sommer bin ich dann auf LRTimelapse gestoßen, was mich aber durch die Menge an Knöpfen und Funktionen erst einmal abgeschreckt hat, bis ich vor ein paar Tagen mal wieder (auf der Suche nach einer Motorsteuerung für die Cam) auf den Günther Wegner gestoßen bin. Einige kennen ihn sicher vom Fotoschnack mit Erklärbär Patrick Ludolph von neunzehn72, aber er ist auch der Autor von LRTimelapse, also habe ich mir mal von ihm ein Videotutorial zu LRTimelapse angesehen und siehe da, die Software ist ja eigentlich ganz einfach und intuitiv – gekauft!

Erstmal musste ich jedoch meine Arbeitsweise ein wenig umstellen, normal packe ich alle Fotos des Jahres einfach in eine LR Library und fertig, das funktioniert hierfür nun nicht mehr, da LRTimelapse alle Fotos für einen Clip in einem Ordner haben will, was bei meiner LR Ablage so nicht ging, aber kein Problem, nehmen wir halt dafür den anderen Weg.

Die Verwendung ist denkbar einfach und ich will Euch das auch nicht im Detail erklären, dafür schaut einfach das LRTimelapse Tutorial von Günther an, aber ein paar Grundlagen dazu würde ich schon gerne nieder schreiben.

Mini Anleitung:

Beginnt einfach damit die Fotos von der Speicherkarte auf Eure Platten zu kopieren, per Hand oder auch per LRTimelapse, wie ihr wollt, danach wählt ihr in LRTimelapse den Ordner mit den Fotos aus und diese werden dann erstmal eingelesen (ISO, Blende etc werden ausgelesen und eine Luminanzkurve daraus erzeugt). Anhand dieser Kurve könnt Ihr dann die Anzahl der benötigten Keyframes wählen (ich nehme ein Keyframe pro Helligkeitssprung) und danach den „Heiligen Gral Wizard“ aufrufen – der versucht, so gut es geht diesen Helligkeitssprüngen entgegen zu wirken, damit wir ein ruhiges Video bekommen, dann speichern wir erstmal das Ganze in die Metadateien der RAW Files und ziehe die Fotos dann direkt nach LR.

In LR haben wir nun all unsere Fotos und bei den Filtern können wir nun auf die Keyframes umschalten und nur diese bearbeiten, das spart enorm viel Zeit! Wenn unsere Keyframes bearbeitet sind, dann speichern wir in LR einfach die Metadaten zurück in die RAW’s und können die Änderungen danach mittels des „Neu laden“ Knopfes in LRTimelapse zurückladen. Danach verwenden wir den Auto Übergang Knopf, der uns einige weitere Kurven anzeigt aber vor allem die Werte der Keyframes auf die restlichen Bilder überträgt (ganz grob in etwa). Dann müssen wir mal wieder speichern. In der 3. Reihe der LRTimelapse Knöpfe finden wir jetzt die Visuelle Vorschau, die jetzt die endgültigen Anpassungen vornimmt und uns am Ende eine erste Vorschau auf unser Video gibt.

Wenn man während der Aufnahmen häufig die ISO Werte ändert oder die Verschlusszeiten, dann kann man mit dem „Visuelles Deflicker“ Knopf noch diese Übergänge ausbessern, bis man ein perfektes, nicht flickerndes Video hat. Diesen Vorgang kann man so lange wiederholen, bis das Material wirklich perfekt ruhig ist, bei Astro Aufnahmen wird es eher weniger nützlich, da wir meistens die ganze Nacht mit den identischen Settings und Lichtverhältnissen arbeiten, aber es schadet auch nicht 😉

Wenn das alles erledigt ist und man mit den Fotos zufrieden ist, kann man diese aus LR exportieren und im Videoschnittprogramm seiner Wahl zu einem Video zusammenschneiden. Da ich kein After Effects habe, nutze ich die rudimentären Funktionen von Photoshop CC und bin damit auch recht zufrieden momentan. Wer mag, kann sich die ersten Ergebnisse auf meinem Youtube Kanal anschauen, viel Spass!